Flagge Brandenburg      Urlaub 2009 in Brandenburg      Flagge Brandenburg

Der Spreewald - ein geschütztes Biosphärenreservat

Seite 3

Der Spreewald ist sowohl ein ausgedehntes Niederungsgebiet als auch eine historische Kulturlandschaft im Südosten des Bundeslandes Brandenburg. Hauptmerkmal sind die natürlichen Flusslaufverzweigungen der Spree, die durch das Anlegen von Kanälen deutlich erweitert wurden. Als Auen- und Moorlandschaft besitzt sie für den Naturschutz überregionale Bedeutung und ist als Biosphärenreservat geschützt.
Der Spreewald wird in den südlichen und größeren Oberspreewald und den nördlichen, kleineren Unterspreewald geteilt. Zwischen den beiden Teillandschaften vereinigt sich die Spree auf kurzer Strecke in der Stadt Lübben, die gleichzeitig der größte Ort im Spreewald ist.

Mit einem 1575 Kilometer langen Netz von natürlichen und künstlichen Wasserläufen stehen dem Paddler unendlich viele Möglichkeiten der Routengestaltung offen. Ausgehend von unseren beiden Standorten im Oberen Spreewald, in Burg und in Lübbenau, konnten wir herrliche Paddeltouren durchführen - ohne jegliches Umstellen per Auto und Fahrrad. Ein adäquater Gewässerführer ist dabei unerläßlich, um nicht die Orientierung im Fluß- und Kanalsystem der Fließe zu verlieren!
burg01
Dass der Spreewald "Kahntouristisch" völlig erschlossen ist, zeigt sich spätestens dann, als wir am Kahnhafen Burg das Boot umtragen müssen. So tolle Ein- und Ausstiegsmöglichkeiten sind fast einmalig. Trotzdem, in der Hochsaison möchten wir wegen des Rummels hier nicht sein.
burg02
Die Kähne liegen im ortsnahen Bereich alle paar Meter am Ufer. Sie warten auf die Touristen. Aber es gibt auch genügend Möglichkeiten, ein Kanu zu mieten, um die Spreewald-Gewässer zu erkunden.
burg03
Direkt am Flußufer gelegen sind zahlreiche Gasthäuser, die mit ihrer Werbung auf sich aufmerksam machen und zur Einkehr einladen.
burg04
Immer wieder trifft man auf die Kähne, denen man in jedem Fall Vorfahrt gewährend sollte. Oft sind es auch die Vermieter von Ferienwohnungen und Pensionen, die ihre Kunden durch den Spreewald staken.
burg05
Am Wegesrand sehen wir ab und an einen Verkaufsstand an dem die bekannten Spreewaldgurken und andere heimische Produkte angeboten werden. Bequem kann man hier anlegen und einkaufen.
burg06
Das ist im Spreewald häufig zu sehen - die Fischkisten. Die Stellung der "Fischkiste" soll auch eine Bedeutung haben: ist sie oben, ist sie leer; halb im Wasser sind Fische drin und ist sie ganz unter Wasser, soll die Schwiegermutter drin sein, erzählt man sich schmunzelnd.
burg07
Wir ziehen es vor, abseits der Touristenströme unseren Paddelweg zu suchen. Die zahlreichen Spreegewässer und Kanäle nennt man auch "Fließe". Jedes auch noch so kurze Teilstück der Gewässer hat einen eigenen Namen. An den Kreuzungen der Fließe findet man oft auch Schilder, um den Kanuten die Orientierung zu erleichtern.
burg08
Abseits der Hauptkanäle finden wir die Ruhe, um das Paddeln richtig genießen zu können. Die Strömung in den Fließen ist sehr gering. Das Gefälle im Spreewald zwischen Spremberg und Leipzsch ist minimal. Es beträgt für diesen Abschnitt von rund 90 km nur ca. 44 m. Eine Befahrung der Fließe in jede Richtung ist deshalb ohne größere Anstrengung machbar.
burg09
Manche Abschnitte sind richtig verwunschen. Im glatten Wasser spiegeln sich Pflanzen und Bäume und verwischen die Konturen der Uferböschungen.
burg10
Seerosen blühen an vielen Stellen, ein Zeichen für sauberes Wasser.
burg11
Eine Ziegenherde tummelt sich am Uferrand. So wie diese konnten wir auch andere Haus- und Nutztiere, wie Hunde, Katzen, Hühner, Gänse, Schweine, Pferde und Kühe beobachten.
burg12
Diese Kühe sehen uns sehr interessiert beim Vorbeipaddeln zu. Da es nur wenige ausgebaute Wege im Auenwald der Fließe gibt, müssen die Kühe oft mit dem Kahn auf ihre Weide verfrachtet werden.
burg13
Ein kräftiger Gewitterguß läßt uns am Ufer unter dem Laubdach der Bäume verweilen. Trotzdem sind wir klatschnaß als wir weiter paddeln. Doch die warme Julisonne trocknet uns und unsere Sachen in kürzester Zeit.
burg14
Die verdiente Einkehr in der Dubkow-Mühle zum Mittagessen beschert uns "Hecht in Spreewaldsoße", eine Spezialität der Spreewaldgastronomie.
burg15
Ein gewisser Vorrat an Getränken hat noch nie geschadet. In diesem Fall zeugt es jedoch für das Unvermögen der Bedienung zwischen einem süßen und sauren Radler zu unterscheiden.


Lübbenauer Spreewaldfest und Gurkenmarkt

In die Zeit unseres Aufenthaltes auf dem Campingplatz "Schloss Lübbenau" fiel das wohl bekannteste Fest des Spreewaldes am ersten Juliwochenende. Es wurde umrahmt vom Lübbenauer Gurkenmarkt im Schloßpark, bei dem in historischen Trachten die Produkte des Spreewaldes und das traditionelle Handwerk zu bewundern war. Auch in der Stadt waren zahlreiche Stände aufgebaut und Kapellen spielten zur Unterhaltung.

lubb01
Das Spreewald- und Schützenfest verbunden mit dem Gurkenmarkt lädt uns zu einem Bummel im Schloßpark von Lübbenau ein.
lubb02
An zahlreichen Ständen werden die Spreewald Gurken angeboten. Man kann sie einzeln, in Gläsern oder auch ein ganzes Fass kaufen. Probieren ist erlaubt.
lubb03
"Gurken auf Eichenblatt" - keine Spezialität der Spreewälder, sondern ein reizvolles Fotomotiv auf dem Gurkenmarkt.
lubb04
Das Angebot eingelegter Gurken an den Ständen ist riesig. Elke ließ sich besonders die Salzgurken schmecken, die mich wiederum zum Schüttelfrost "brbrbrbr....." brachten .
lubb05
Altes heimatliches Brauchtum, wie hier das Walken der Wäsche, wurde anschaulich demonstriert.
lubb06
In landestypische Trachten gehüllt zeigten die Frauen, wie das so früher mit dem Spinnrad vor sich ging. Diese Socken wurden zum Beispiel aus Schafwolle handgestrickt, erzählt die Frau und deutet darauf.
lubb07
Die Männer in den Schützenuniformen, aber auch die Frauen in ihren sorbischen Trachten, waren immer ein schöner Anblick und ein Foto wert.
lubb08
Der Blaudruck: Die Herstellung des Blaudruckes ist ein sehr altes und seltenes Handwerk im Spreewald. Mit seinen zarten Flächenmustern und kunstvollen Bordüren ist der Blaudruck noch heute Element der sorbischen Tracht
lubb09
Auch auf dem Marktplatz von Lübbenau waren Verkaufsstände und Essbuden aufgebaut und es gab Oldtimer, wie diesen hier zu bestaunen.
lubb10
Musik an allen Ecken war zu hören, wie dieses Drehorgelorchester, das mit flotten Weisen unterhielt.
lubb11
Frauen in sorbischer Tracht bei einem Plausch vor einer Essbude, die wir mit diesem Essenangebot bisher noch nicht gesehen hatten.
lubb12
Da wir gerade beim Essen sind:   -    bei diesem preislichen Angebot kann man doch nicht NEIN sagen.
lubb13
Ein Blick von der Straßenbrücke auf einen Kanal in Lübbenau. Die schöne Figur am Brückengeländer scheint nach den Kähnen zu angeln.
lubb14
Der Sagenbrunnen am Kirchplatz in Lübbenau zeigt die Sagen- und Mythenwelt des Spreewaldes, den Baumkönig, die Gestalt des Irrlichts, die Welt der Lutken und den Schlangenkönig.
lubb15
Der Spreehafen in Lübbenau hat sich prächtig herausgeschmückt. Der Spreewaldkahn ist ein flaches Gleitboot, vorn breiter als hinten und so eine Art Landungsboot, mit dem der Bauer früher "vom Fließ auf die Wiese fuhr". Heute werden darin ganze Busladungen mit ´Touris`befördert.
lubb16
Minütlich fast legen die Kähne im Hafen an oder ab. Die Ruderstange nennt man Rudel und der Kahn wird damit vom Fährmann gestakt.
lubb17
Fährmänner dürfen Ihre Gäste nicht einfach so durch die Spreewaldfließe staken. Dafür muß er den Schiffsführerschein Personenkähne ablegen, außerdem eine theoretische und praktische Prüfung für Fährleute. Erst dann darf er sich Fährmann nennen.


Der "Große Kahnkorso" beim Spreewaldfest

Sonntags fand dann der bunte Große Kahnkorso auf den Kanälen von Lübbenau statt. Präsentiert wurde Leben und Arbeiten der Spreewälder, dargestellt auf etwa 60 Traditions- und Vereinskähnen, die festlich geschmückt waren. Die nachstehenden Bilder vom Kahnkorso werden teilweise ohne Kommentar gezeigt.

kahn01
Der "Musikverein" auf dem Kahn.
kahn02
kahn03
kahn04
kahn05
Der Schützenverein präsentiert sich.
kahn06
kahn07
Die Post: von Frühjahr bis zum Herbst erfolgt im Zustellbezirk Lübbenau - Lehde nach alter Tradition die Postzustellung auf dem Wasserweg. Im Winter, wenn die Fließe zugefroren sind, wird die Post mit dem Auto zugestellt. Deshalb haben die Anwohner jeweils für den Sommer und den Winter einen Briefkasten – einen am Wasser und einen an der Landseite.
kahn08
Landleben I.
kahn09
Landleben II.
kahn10
kahn11
Nach dem Kahnkorso herrscht das totale Chaos auf dem Kanal. Paddelboote und Kähne drängeln sich auf dem Wasser. Es ist wie nach einem Faschingsumzug - nur eben auf dem Kanal.
kahn12
Wir warteten lieber angeleint an der Seite bis der ganze Rummel vorbei ist.


Doch bald darauf verließen wir diesen riesigen Touristenrummel. Uns zog es lieber in die Beschaulichkeit der Auwälder hinaus. Abseits der Touristenströme erkundeten wir einsame Gewässerarme und Fließe der Spree. Davon berichten wir auf der nächsten Seite.


zur nächsten Seite zur vorhergehenden Seite zur Startseite Brandenburg zurück zur Homepage Startseite

© Dieter Widmaier 2009      Letzte Änderung am:  21.03.2011