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Der Spreewald - urwüchsige Natur im Urstromtal

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Der Spreewald findet seinen Ursprung in den Urstromtälern der Eiszeit. Das Baruther Urstromtal, welches die Schmelzwässer des Inlandeises nach Westen abführte, formte den heutigen Oberspreewald. Als in einem späterem Stadium der Eiszeit dann das Schmelzwasser nach Norden und Osten floß, wurde die Niederung des Unterspreewald geformt. Nach der Eiszeit entstand schließlich das Labyrinth der Fließe, wie im Spreewald die Wasserläufe genannt werden.

Viele Jahrhunderte lang war die Spreeniederung von einem Urwald vor allem aus Erlen und Eschen, Ulmen und Stieleichen überzogen. Doch schon im Mittelalter begann der Mensch, den Wald zu roden, um Äcker und Wiesen anzulegen. Im 18. Jahrhundert war die Waldfläche des Oberspreewaldes bereits um zwei Drittel geschrumpft. Verbunden mit der zunehmenden Nutzung des inneren Spreewaldes, in dem die Wasserläufe Wege und Straßen waren und der Kahn meist das einzige Transportmittel, entstand ein dichtes Netz von Kanälen und Gräben.
Der Bau von über 100 Wehren machte die Fließe schließlich für die ungehinderte Kahnfahrt befahrbar. Im Laufe der Jahrhunderte ist so aus einer unzugänglichen Naturlandschaft eine Kulturlandschaft mit einem Mosaik aus Wiesen und Äckern, Wald und Dörfern geworden, die manchmal wie ein Park anmutet.

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Da die Dörfer mit dem Boot auf dem Wasserweg zu erreichen sind, verwundert es uns nicht, das Ortsschild von Lehde direkt am Ufer stehend, vorzufinden.
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In den Dörfern sind die Ufer der Kanäle mit prächtigen Blumen geschmückt und laden gerade dazu ein, sie zu erkunden. Hier befinden wir uns am Kreuzgraben mit Blick auf die Kamske. Im Hintergrund das Kamskewehr zur Balloke. Insgesamt befuhren wir im Spreewald über 80 Kanäle und Fließe.
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Die Kähne haben Vorfahrt! Wir machen einem Fährmann Platz, der langsam an uns vorbei stakt und mit einer Person am Ufer ein Schwätzchen hält.
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Die Frau wendet sich wieder ihrer Arbeit zu. Wie wir feststellen können, wusch sie die im Korb befindlichen Kartoffel im Kanalwasser.
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Wir sehen schöne alte Häuser, teilweise noch mit Reet bedeckt, auf gepflegten Grundstücken. So toll wie das alles aussieht, drin leben möchten wir nicht.
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Verhungern oder verdursten muss niemand im Spreewald - überall finden sich Gaststätten am Ufer, die zu einer Einkehr einladen.
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Spreewald Idylle - ohne Worte.
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Manche Fließe sind wirklich sehr schmal. Elke´s Paddel berührt hier fast das Ufer.
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Ab und zu müssen wir eine Schleuse passieren und dabei per Muskelkraft die Tore öffnen und schließen. Die Bedienungsanleitung dafür befindet sich auf Schildern, die genau beschreiben, was zu tun ist. Je nachdem, ob das obere oder untere Tor gerade offen steht, sind andere Abfolgen notwendig.
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Elke paddelt unser Kanu aus der Schleuse. Die Fließrichtung kann man gut an den Wasserpflanzen erkennen, trotz der ganz geringen Strömung. Wer sich über das "Schleusen im Spreewald" informieren möchte kann am Ende dieser Seite eine "Info Schleusen" aufrufen
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Eine weitere Möglichkeit im Spreewald mit dem Kajak Höhenunterschiede zu überwinden, sind die Wehre mit den Bootsrollen. Das Kanu wird auf die Rampe gefahren und dann über die Rollen auf die andere Seite gezogen.
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Da wird das Umtragen um die Wehre sogar zu einem Vergnügen, wie wir hier an Elke´s Gesicht deutlich erkennen können.
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Die Aussichten in den Auwald wechseln ständig. Hier eine Lichtung mit Bäumen, deren Rinde rot gefärbt ist. Wir wissen nicht, ob das "normal" ist oder ob die Bäume krank sind. Wir tippen auf einen Pilzbefall.
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Riesige, wahrscheinlich von Stürmen gefällte Bäume, sind am Ufer auszumachen und wirken direkt unheimlich in der Landschaft. Die Sagen von den "Moorleichen" kommen hier in Erinnerung.
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Doch uns fasziniert mehr das Lebendige und so erfreuen wir uns an dieser Libelle, die auf einem Schilfhalm Platz genommen hat.
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Genaues Hinschauen lohnt auch bei der Pflanzenwelt. Selbst diese kleinen Blüten des Gewöhnlichen Wasserhahnenfußes strahlen fließende Lebendigkeit aus.
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Und immer wieder sehen wir Seerosen, deren weißen Blüte wie Körbchen auf dem Wasser schwimmen.


Damit beendeten wir unsere Paddel-Excursionen im Oberen Spreewald. Auf unserer Weiterfahrt besuchten wir die die Stadt Lübben und fuhren dann in den Unteren Spreewald, wo wir am Neuendorfer See Station machten.

Die Stadt Lübben, Bindeglied zwischen Ober- und Unterspreewald.

Wer nach Lübben, der Kreisstadt des Dahm-Spree-Landkreises kommt, wird keinen Massentourismus antreffen. Hier schlägt der Takt der Zeit ein wenig anders als in den Touristenhochburgen Burg und Lübbenau. Es gibt zwar auch hier ein Kahnhafen, Paddelbootverleih und geführte Radtouren, doch alles geht etwas beschaulicher zu. Ein schöner Marktplatz mit der Paul-Gerhardt-Kirche laden zum Bummel ein. Das Schloß und die Schloßinsel sind ebenfalls ein Abstecher wert.

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Die Schlossinsel läßt sich am besten zu Fuß erkunden. Inmitten der Stadt verbindet sie auf ungewöhnlich schöne Weise die Natur mit der Kultur. Hier laden fantasievoll angelegte Wanderwege und Erlebnisbereiche wie Labyrinth, Klanggarten oder Wasserspielplatz zum Spazieren und Verweilen ein.
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Sehr interessant waren auch die Scheiben, die durch Drehen eine optische Täuschung hervor riefen. Diese hier sah dann wie ein Trichter aus.
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Das Schloß in Lübben ist frisch renoviert und beherbergt auch ein Heimatmuseum.
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Schöne Spazierwege führen um das Schloß und in die Grünanlagen der Schloßinsel.
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Der Marktplatz hat sich mit tollen Blumenarrangements geschmückt und das nächste Café ist nicht weit und lädt zum Verweilen bei einer Tasse Kaffee ein.
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Die Paul-Gerhardt-Kirche, die den Namen des nach Martin Luther bedeutendsten evangelischen Kirchenlied-Dichters und Pfarrers trägt, stammt aus dem 15. Jahrhundert. Das ganze Marktplatz-Ensemble ist frisch renoviert.
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Wer seine Augen offen hält, kann die in Brandenburg zahlreich nistenden Störche nicht übersehen.
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Alle möglichen Nisthilfen werden verwendet, wie hier der Kamin einer alten Fabrik oder ....
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.... auf eigens aufgestellten Stangen mit Nistkörben, wie hier auf diesem Bauernhof.
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Auch diese Kutsche gehört zum ländlichen Straßenbild auf dem Weg durch den Unterspreewald.
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Wir kommen auf dem Campingplatz am Neuendorfer See an und begeben uns nach dem Abendessen auf einen Spaziergang zum See, der absolut ruhig vor uns liegt.
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Wir verweilen am Ufer; alles ist naturbelassen; keine Strasse, kein Lärm - der See gehört noch zum Biosphärenreservat Spreewald. Wir warten auf den Sonnenuntergang.
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Ohne Worte: Sonnenuntergang I - am Neuendorfer See.
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Zum Träumen: Sonnenuntergang II - am Neuendorfer See.
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Zum Genießen: Sonnenuntergang III - am Neuendorfer See.


Paddeln im "Unteren Spreewald"

Der Untere Spreewald erstreckt sich zwischen den Orten Schlepzig im Süden, Krausnick und Köthener See im Westen, Alt Schadow und Neuenburger See im Norden sowie Groß-Leuthen im Osten. Der Unterspreewald wird vor allem durch eine naturnahe Waldbestockung von Erlenbruchwäldern und Hartholzauen geprägt. Das Wassersportrevier des Unterspreewaldes erstreckt sich auf einer Länge von 21 Flusskilometern auf der Hauptspree von Lübben bis zum Neuendorfer See. Von der Hauptspree zweigen jedoch zahlreiche Fließe und Nebenarme ab, wie der Puhlstrom, die Wasserburger Spree oder der Dahm-Umflutkanal, die schöne Kanutouren ermöglichen.
Unser Standort war am Neuendorfer See der Campingplatz Seecamp. Der etwa 300 Hektar große See wird von der Spree durchflossen. Sie mündet in seinem südlichen Ende und fließt an der Ostseite, südlich von Alt Schadow ab. Neben Alt Schadow am Ostufer ist der namengebende Ort Neuendorf im Südwesten der einzige am See liegende Ort. Die Ufer sind flach und von vielen Buchten geprägt. In der Umgebung erstrecken sich größere Kiefernwälder. Der See ist nur durch die wenigen Campingplätze touristisch erschlossen.

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Bei einer interessanten Tagestour führte uns unser Kanu entgegen der Fließrichtung vom Neuendorfer See die Spree aufwärts zunächst zum Dahm-Umflutkanal. Die Auenlandschaft war viel offener geworden und viele Weiden streckten ihre Äste und Zweige dem Wasser entgegen.
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Obwohl wir gegen den Strom paddelten kamen wir gut voran. Der Himmel zeigte vorerst ein freundliches Blau. Über den Dahme-Umflutkanal gelangten wir zum Köthener See und über den Randkanal zur Wasserburger Spree und zum Puhlstrom.
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Die später aufziehenden Regenwolken, die uns unheilvoll ein Stück begleiteten, ignorierten wir einfach und so blieben wir den gesamten Tag über von Regen verschont. Wir paddelten über diverse Fließe bis nach Schlepzig.
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Für alle, die unsere InfoSeite "Schleusen im Spreewald" nicht gelesen haben, hier noch einige zusätzliche Bilder über die Bedienung der Schleusen. Elke öffnet das Schleusentor der Spreeschleuse Leipsch zur Einfahrt des Bootes.
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Das kann manchmal schon kräftige Arbeit sein und geht nicht ohne Anstrengung vonstatten.
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Danach werden über die Hebel die Ventile für den Wasserablass (beim Talfahren) geöffnet. Das geht ganz leicht, wenn man weiß, welche Stellung Auf/Zu die insgesamt vier Hebel einnehmen müssen.
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Danach werden mit der gleichen Anstrengung die unteren Schleusentore geöffnet. Wie wir sehen beherrscht das Elke inzwischen einwandfrei.
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Danach paddelt der "Skipper" ganz entspannt aus der Schleuse, damit Elke genug Zeit hat, sich von der Anstrengung zu erholen.
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Wenn ihr meint, ich würde das mit dem Schleusen immer so ´handeln` seid ihr auf dem Holzweg, wie ihr gleich sehen werdet. Während Elke vor der Schleuse wartet bin ich bereits ausgestiegen, um die Schleuse zu bedienen..
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Dazu war es erforderlich einen roten Knopf zu drücken, der das Schleusentor voll elektrisch in die Höhe hob. Wie man sieht tastet sich Elke in die recht schmale Schleusenkammer.
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Meine Einladung, doch mit uns zu schleusen, nahmen zwei weitere Paddelboote dankend an. Danach mußte ich wieder einen, diesmal grünen Knopf drücken und das obere Schleusentor schloß sich vollautomatisch, die Schleuse lief automatisch voll Wasser und das untere Schleusentor hob sich ebenfalls automatisch empor.
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Nach dem Öffnen des Schleusentores paddelt Elke fröhlich aus der Schleusenkammer und läßt mir Zeit genug, mich von den Anstrengungen zu erholen. Danke.


Für alle, die unsere Seite "Schleusen im Spreewald" nicht gelesen haben, hier nochmals der Link:
---> Info Schleusen im Spreewald.

Mit dieser Paddelour beendeten wir unseren Aufenthalt im Spreewald und zogen weiter. Die Spreewälder Gurken sind zwar weltberühmt, doch sie waren nicht der einzige Grund, warum wir uns nur ungern von diesem tollen Paddelrevier verabschieden mussten. Unser 21-Tage-Urlaub war bis auf 10 Tage bereits aufgebraucht und wir wollten uns ja noch die Hauptstadt Berlin sowie Potsdam ansehen. Und auch in dieser Ecke von Brandenburg wollten wir noch einige Paddeltouren absolvieren. Ein umfangreiches Restprogramm also, von dem wir auf unseren nächsten Seiten berichten wollen.


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© Dieter Widmaier 2009      Letzte Änderung am:  21.03.2011