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Auf Entdeckungstour in Potsdam - Teil I

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Vom Spreewald aus zogen wir nun nach Potsdam weiter. Unterwegs nur ein kurzer Abstecher zum Motzener See, wo Elke in DDR-Zeiten so manchen schönen Urlaub verbracht hatte. Doch seitdem hat sich so viel verändert, dass wir eine ganze Weile suchen mussten, bis Elke das alte Gartenhäuschen am See wieder gefunden hatte.
Außerhalb von Potsdam hatten wir in dem 5-Sterne-Platz "Königlicher Campingpark Sanssouci" direkt am Templiner See gelegen, einen ideal gelegenen Standort. Von dort aus konnten wir einerseits mit dem Fahrrad auf Entdeckungstour in Potsdam gehen; andererseits aber auch mit dem Paddelboot auf der Havel und anderen Gewässern schöne Paddeltouren unternehmen.

Zunächst stand jedoch die Erkundung von Schloss Sanssouci und seines Parkes auf dem Programm.


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Mit dem Fahrrad fuhren wir nach Potsdam und gelangten über das Grüne Gitter in den Schlosspark von Sanssouci.
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Das Grüne Gitter, ist ein kunstvoll geschmiedetes Tor aus dem Jahr 1850. Es ist der romantischste Zugang zum Park, hinter dem man direkt die Friedenskirche und den Marly-Garten findet.
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Die Geschichte des Schlosses ist eng mit dem Leben von Friedrich II. (1712-1786) verbunden, der auch "Friedrich der Große" oder der "Alte Fritz" genannt wird. Hier eine Skulptur im Marly-Garten.
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Das Schloss Sanssouci gilt als das Wahrzeichen der Stadt Potsdam. Mitsamt der grandiosen Parkanlage und den vielen weiteren Sehenswürdigkeiten zählt Sanssouci zweifelsohne zu den Highlights eines Potsdam-Besuches. Wer den Park Sanssouci über das Grüne Gitter betreten hat, der wird mit einer besonders schönen Aussicht auf die große Fontäne, die Weinbergterrassen und das Schloss entlohnt.
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Die Skulpturen des Schlossparks zählen zu den künstlerischen Höhepunkten im Park Sanssouci. Besonders am "Französischen Rondell" an der Großen Fontäne stehen sie im Mittelpunkt der Betrachtung. Im Auftrag Friedrichs II. wurden 1752 die kostbaren Geschenke des französischen Königs Ludwig XV. aufgestellt.
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Eine gigantische Freitreppe bahnt sich ihren Weg mittig durch insgesamt sechs Weinbergterrassen. Sie ließ Friedrich der Große als Sonnenterrasse anlegen, um hier Wein und Feigen zu kultivieren. Über 132 Treppenstufen gelangt man hinauf zum Schloss.
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Am kuppelbekrönten Mittelbau ist der Name des Schlosses zu lesen: SANS SOUCI, übersetzt "Ohne Sorge". Unbeschwert und sorgenfrei - so wollte Friedrich der Große hier die Sommermonate verbringen und sich der Literatur, Musik und Philosophie widmen.
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36 Sandstein-Figuren schmücken die dem Park zugewandte Südfassade des Schlosses und tragen das Dach auf ihren steinernen Schultern.
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Die schön gearbeiteten Figuren stellen fröhliche Bacchanten und Bacchantinnen, Gefährten des Weingottes Bacchus dar.
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Beim Besucher der Bildergalerie im Schloß sahen wir herrliche Bilder von berühmten Malern. Fotografieren war leider verboten, deshalb nur zwei "Postkartenbilder" von der Galerie.
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In einem wunderschönen grünen Gitterpavillon ist eine Plastik aufgestellt, die der König von seinem Schreibtisch in der Bibliothek des Schlosses aus betrachten konnte.
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Der filigrane Pavillon ist aufwendig gearbeitet und mit zahlreichen vergoldeten Ornamenten versehen.
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Auf der Nordseite des Schlosses befindet sich der repräsentative Ehrenhof. Ein weiter Halbkreis aus 88 korinthischen Doppelsäulen rahmt den Vorplatz ein.
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Die Kolonnaden öffnen sich nach Norden und geben, über ein Gitter hinweg, den Blick auf die vermeintlich verfallenen Gebäude auf dem Ruinenberg frei. Die skurrilen Bauten sind um ein großes Becken angeordnet, aus dem die Fontänenanlage des Schlossgartens gespeist wird.
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Am Eingang zum Schloss heißt es dann: warten, warten und warten.
Dann rein in die Filzpantoffeln und die Schlidderei über die kostbaren Holz- und Marmorfußböden kann beginnen. Natürlich haben wir die Besichtigung sehr genossen. Das Warten hat sich auf alle Fälle gelohnt!


Jedes Jahr wollen etwa 360.000 Besucher die zwölf Räume des Rokoko-Schlosses besichtigen. Das ist allerdings nur im Rahmen von Führungen möglich, die im 20-Minuten-Takt am Eingang im Ehrenhof starten. Vom Schlossinnern selbst haben wir keine Bilder, da das Fotografieren streng verboten ist und jedes Abweichen von der Besichtigungsroute sofort gemaßregelt wird. Ebenfalls eine Besichtigung wert war uns die Bildergalerie, in der die köngliche Gemäldesammlung präsentiert wird. Sie ist Deutschlands ältester Museumsbau. Dicht an dicht hängen die Werke so bekannter Maler wie Peter Paul Rubens und Anton van Dyck.

Der Park von Sanssouci - ein Parklandschaft mit zahlreichen Sehenswürdigkeiten

Der Park Sanssouci entwickelte sich im Laufe von Jahrzehnten. Er war ursprünglich nur ein Terrassengarten, den Friedrich der Große im Jahre 1744 auf einem Berg vor den Toren Potsdams anlegen ließ. Unter den Nachfolgern Friedrichs des Großen wurde der Barockgarten im Stil eines Landschaftsparks umgestaltet und von Friedrich Wilhelm IV. um Anlagen erweitert, die seiner Italien-Sehnsucht Ausdruck verliehen. Lustgarten, Rehgarten und Hopfengarten, Neue Kammern, Windmühle und Orangerie, Chinesisches Haus, Neues Palais und Schloss Charlottenhof - das alles sind Sehenswürdigkeiten die im Schlosspark zu besichtigen sind und an einem einzigen Tag nur im Schnelldurchlauf kennen gelernt werden können.

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Auf dem Weg zur Orangerie erhebt sich die Historische Mühle. Die heutige Galeriewindmühle ist ein Nachbau der 1787 bis 1791 erbauten Holländermühle und somit die dritte so genannte Historische Mühle. Die Mühle hat eine Höhe von 26 Meter und bis zur Obergrenze des Flügels 35 Meter.
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Die Orangerie im Park Sanssouci (erbaut 1851 bis 1862) verkörpert auf anschauliche Weise die Italien-Sehnsucht Friedrich Wilhelm IV. Der Außenbau orientiert sich an Vorbildern in Rom (Villa Medici) und Florenz.
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Auch uns gefällt das südländische Flair, welches die Gesamtanlage ausstrahlt.
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Der großzügig angelegte Orangeriekomplex erstreckt sich über eine Gesamtlänge von mehr als 300 Metern. Der prächtige Mittelbau wird von einer Doppelturmanlage gekrönt, von der aus man einen herrlichen Ausblick auf die Umgebung genießen kann.
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Teils auch als Gästequartier genutzt, diente die Orangerie in erster Linie der Überwinterung exotischer Pflanzen. Die großen, zur Südseite hinaus liegenden Glasfenster sorgen dabei für ausreichend Licht.
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Der Mittelbau der Orangerie beherbergt den prunkvollen Raffaelsaal, der leider wegen Renovierung nicht zugänglich war. Aber auch die Gartenanlage um die Orangerie gefiel uns sehr gut.
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Die diversen Gärten im Park erstrecken sich unterhalb der Höhe auf der Schloss und Orangerie gelegen sind. Hier sind schön gestaltete Rasenflächen im Lustgarten zu bewundern.
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Die Hauptalle führt als gerade Linie durch den mit prächtigen Blumenrabatten und Skulpturen geschmückten Schlosspark.
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Vor allem Bäume in bemerkenswerter botanischer Vielfalt, wie hier der "Gewöhnliche Trompetenbaum", säumen verschlungene Wege. Alles sieht aus "wie wild gewachsen" - und doch ist nichts dem Zufall überlassen.
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Der blühende Trompetenbaum zeigte bis zu 30cm langen Blüten-Rispen von fast tropischer Schönheit. Die Blüten sind relativ groß und haben im Schlund gelbe Streifen und purpurrote Flecken.
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Das prächtige Chinesische Haus im Rehgarten des Parks Sanssouci ist ein eindrucksvolles Beispiel für die Chinamode, die im 18. Jahrhundert die höfische Kultur in ganz Europa prägte.
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Die Außenansicht des Pavillons wird durch die lebensgroßen vergoldeten Figuren bestimmt, die einzeln oder in Gruppen um das Gebäude platziert sind.
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Dargestellt sind märchenhaft gekleidete chinesische Musikanten und Teetrinker, deren exotischer Charakter mit den Säulen in Form vergoldeter Palmen harmoniert.
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Das Neue Palais ist das letzte Schloss, das sich Friedrich der Große in seinem Park errichten ließ. Der gewaltige Schlossbau erhebt sich am westlichen Ende der Hauptallee des Parks von Sanssouci.
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Die große Anlage diente erkennbar der Repräsentation. Im Innern erwarten den Besucher prächtige Festsäle, großartige Galerien und fürstlich ausgestattete Appartements sowie im Südflügel das Schlosstheater von Sanssouci.
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Das Schloss diente auch zur Beherbergung fürstlicher Gäste bei gelegentlichen Aufenthalten in Potsdam. Bis 1918 blieb es für den letzten deutschen Kaiser und seine Gemahlin Auguste Viktoria bevorzugte Residenz.
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Meine Fotomontage aus zwei Bildern zeigt die Dimmension des "Neuen Palais", auch wenn es nicht komplett fotografiert wurde. Unmittelbar nach Beendigung des Siebenjährigen Krieges 1763 im Bau begonnen, sollte das kostspielige Vorhaben der Welt zugleich beweisen, dass der preußische Staat auch nach den drei Schlesischen Kriegen nicht am Ende seiner Kräfte sei.
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Gegenüber dem Neuen Palais liegen die dazugehörigen Communs mit der Kolonnade, die im Krieg und in der DDR-Zeit fast völlig dem Zerfall preisgegeben waren. Sie werden zur Zeit wieder aufgebaut bzw. restauriert. Hier ein Teil eines Säulenganges.
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Südwestlich von Sanssouci liegt das kleine, im klassizistischen Stil erbaute Schloss Charlottenhof. Es bildet gemeinsam mit seinem Park und den Römischen Bädern den architektonischen Mittelpunkt einer Parkanlage, die dem Sanssoucipark des 18. Jahrhunderts von 1826 an hinzugefügt wurde.
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Karl Friedrich Schinkel, der Architekt und Gestalter der Inneneinrichtung, und Peter Joseph Lenné, der Schöpfer der umliegenden Parklandschaft, vereinten sich hier zu einem Werk, das zum Glanzpunkt ihres Wirkens wurde und zu Recht ein preußisches Arkadien genannt werden kann.
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In seiner schlichten Formensprache ist das Schloss vom Geist der Antike durchdrungen und von römischen Villenbauten beeinflusst.
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Schloss Charlottenhof war der Sommersitz des Kronprinzen Friedrich Wilhelm (1795-1861), später König Friedrich Wilhelm IV. von Preußen. Es bildet gemeinsam mit seinem Park ein reizvolles, von Italiensehnsucht geprägtes Ensemble im Park von Sanssouci.
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Es entstand um die schlossartige klassizistischen Villa herum ein abwechslungsreicher Landschaftsgarten, wie hier bei den Römischen Bädern, wo herrliche Blumen dufteten.


Wie wir feststellen mussten, war dieser eine Tag im Schlosspark von Sanssouci viel zu wenig, um sich alles genau anzuschauen. Wir werden bestimmt wieder kommen, um das eine oder andere weiter zu vertiefen.
Erst am späten Abend kehrten wir auf den Campingplatz zurück und bereiteten uns für den nächsten Tag vor, bei dem Potsdam selbst auf dem Besichtigungsplan stand.


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© Dieter Widmaier 2009      Letzte Änderung am:  21.03.2011