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Auf Entdeckungstour in Potsdam - Teil II

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Die Stadt Potsdam ist zweifellos eine der schönsten Städte Deutschlands. Eingebunden in eine reizvolle Kulturlandschaft an der Havel, mit Seengewässer und vielen Parks empfiehlt sich die brandenburgische Landeshauptstadt als Reiseziel für unterschiedlichste Interessen.

Potsdam hat ganz unterschiedliche Gesichter: ein preußisches, ein französisches, ein englisches, ein russisches und auch ein arabisches; ferner ein historisches und ein modernes. In Potsdam kommen alle auf ihre Kosten: die Naturliebhaber, die Kunstgenießer, die Geschichtsinteressierten, die Wasserfreunde (insgesamt befinden sich über 20 Gewässer in Potsdam), die Stadtbummler, die Architekturkenner. Einige dieser oben erwähnten Gesichter möchten wir euch anhand unserer Bilder vorstellen.

Wasserwerk, Brandenburger Tor und andere Denkmäler
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Es sind gerade einmal 5 km bis ins Zentrum Potsdams. Auf dem Weg dahin kommen wir an einem Gebäude vorbei, das aussieht wie eine islamische Moschee. Es ist jedoch das Dampfmaschinenhaus, dessen Pumpen das Wasser für die Fontänen im Park Sanssouci lieferten. Der Kuppelbau und der als Minarett verkleidete Schornstein, aber auch die Innenausstattung sind im maurischen Stil gehalten. Die Maschinen sind wieder funktionsfähig.
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Auch wenn das Brandenburger Tor in Potsdam früher erbaut wurde, die Berühmtheit seines Namensvetters in Berlin hat es nie erlangt. Es ist eine protzige Kopie eines römischen Triumphbogens, der in großem Gegensatz zu den schlichten Bauten der Altstadt steht. Stadt- und Feldseite sind übrigens unterschiedlich.
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Während sich das Tor zur Stadt hin etwas bescheidener zeigt, ist die dem Park Sanssouci zugewande Seite prachtvoller geschmückt. Die Torseiten stammen von verschiedenen Architekten. Das Tor gehört heute allein den Fußgängern.
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Am Alten Markt bestimmt der imposante Bau der Nikolaikirche wesentlich die Potsdamer Stadtsilhouette. Die Kirche gehört zu den bedeutendsten Bauten des Klassizismus in Preußen. Schinkel entwarf sie nach dem Vorbild der Londoner St. Pauls Kathedrale. Im Krieg stark beschädigt ist sie nun fast wieder aufgebaut.
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Das Potsdamer Stadtschloss wurde in der Bombennacht des 14. April 1945 stark beschädigt und 1959/60 die Reste abgetragen. Es soll jetzt wieder neu aufgebaut werden. Ein kleiner Anfang ist mit dem Bau des Fortunaportal´s (Hintergrund) gemacht. Der Obelisk am Alten Markt ragt 16 m in die Höhe.
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Am Alten Markt steht auch das zur Regierungszeit Friedrich II. errichtete frühere Alte Rathaus. Daneben das alte Bürgerhaus, auch Knobelsdorffhaus genannt.
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Auf der Kuppel steht ein vergoldeter Atlas, der die Weltkugel trägt. Heute ist der Bau in ein Kulturhaus umfunktioniert.
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Zwei Rundtürme mit Kegeldächern und zinnenbewehrte Torhäuser machen das Nauener Tor unverwechselbar. Friedrich II. ließ sich das Tor im neogotischen Stil erbauen. Das Tor bietet noch Durchfahrt für Staßenbahnen und Linienbusse. Der Vorplatz ist im Sommer ein beliebter Ort zum Speisen, Kaffeetrinken und Ausschauhalten.
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Das Stadthaus, früher auch „Neues Rathaus“ und „Magistrat“ genannt, befindet sich in der Nähe des Nauener Tors. Das repräsentative Haus ist Sitz der Potsdamer Stadtverwaltung.


Historischen Quartiere der Stadt - Holländisches Viertel, Russische Kolonie Alexandrowka
Potsdam ist ein attraktives Reiseziel. In Brandenburgs Landeshauptstadt gehören nicht nur die Schlösser und Gärten zum Sehenswerten, sondern auch die historischen Quartiere der Stadt zu den Attraktionen.
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Der markanteste Teil der Potsdamer Altstadt ist das Holländische Viertel. 134 Häuser aus rotem Backstein bilden ein geschlossenes Quartier im holländischen Stil, wie es außerhalb der Niederlande nicht noch einmal zu sehen ist.
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Die Häuser entstanden um 1740 und sollten Handwerker aus den Niederlanden nach Potsdam locken. Heute sind hier Boutiquen, Antiquitäten-Geschäfte und viele Restaurants angesiedelt.
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Alle Häuser sind bestens renoviert. Hiere eine überraschende Ein- bzw. Aussicht in/aus einer Botique.
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Der Briefkasten ist auch schon von älterem Datum.
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Kurze Vesper- und Verschnaufpause, bevor es weiter geht bei der Besichtigungstour.
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13 braune Gehöfte im Stil russischer Blockhäuser bilden die Russische Kolonie Alexandrowka. Die Siedlung entstand 1826/27 als Denkmal für Zar Alexander I., den König Friedrich Wilhelm III. tief verehrte. Zu seinem Gedenken erhielt die Siedlung den Namen "Alexandrowka".
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Birken, Sonnenblumen und Geranien an den Fenstern verstärken den Eindruck: Hier sieht es aus wie in Russland.
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Aufwändige Schnitzereien an Fenstern und Giebel geben den Häusern das "typisch russische Aussehen".
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Schön blühende Malven verschönern die hölzerne Hauswand. Übrigens: Was wie Blockhäuser aussieht, sind in Wirklichkeit geschickt verblendete Fachwerkhäuser - Ausdruck preußischer Sparsamkeit.
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Auf einem Hügel steht noch eine russisch-orthodoxe Kapelle mit Zwiebeltürmen und einem kleinen Friedhof - die Grabsteine natürlich mit kyrillischen Schriftzeichen.
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Der Eingang zum orthodoxen Kirchlein.


Pfingstberg, Cecilienhof und Glienicker Brücke
In einem Zeitraum von mehr als drei Jahrhunderten waren die besten Architekten, Landschaftsplaner und Kunsthandwerker ihrer Zeit im Auftrag der brandenburgisch-preußischen Herrscher tätig. Sie erbauten die Residenzen der Hohenzollern mit großartigen Schlössern, Parks und Gärten. Wir sind froh mit dem Rad unterwegs zu sein, denn nur so können wir das vielseitige Bild der Stadt und der Parks entdecken.
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Mit 76 Metern über dem Meeresspiegel ist der Pfingstberg die höchste Erhebung der Stadt Potsdam. Auf ihm trohnt der Belvedere. Er empfängt den Besucher wahrhaft königlich. Ein nach barockem Vorbild gestalteter Vorplatz mit Rasenparkett, das von schattigen Laubengängen und Flügelmauern umfasst wird, vermittelt eine freundliche Empfangsatmosphäre.
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Über die breit angelegte Eingangstreppe und durch die festlich-präsidiale Eingangshalle tritt man in einen Innenhof, der von hohen Arkaden, Galerien und weitläufigen Kolonnaden umgeben ist. In seiner Mitte liegt wie ein großer Spiegel ein Wasserbassin.
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Die Umgänge der Ballustraden sind mit fein gearbeiteten Steingittern versehen.
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Über den Säulengängen erheben sich links und rechts je ein Aussichtsturm, die einen weiten Blick in die Landschaft ermöglichen.
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Aus einer Höhe von rund 103 Metern erkennen wir den Verlauf der Havel und können die Pfaueninsel ausmachen.
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Eine fantastische Rundsicht zeigt die einmalige Insellage Potsdams und gewährt Blicke bis zum Berliner Fernsehturm auf dem Alexanderplatz.
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Aber auch die historischen Landschaftsanlagen von Park Sanssouci und die Stadtansicht mit der Kuppel der Nikolaikirche liegen dem Pfingstberg zu Füßen.
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Wir steigen die mit filigranem Geländer versehene gußeiserne Wendeltreppe wieder hinab.
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Die Gänge sind mit Malereien im klassizistischen Stil verziert.
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Direkt am Jungfernsee liegt die Meierei im Neuen Garten. Nach langem Ruinendasein, von 1945 bis 2002, knüpfte die Meierei als Brauereigaststätte wieder an die Tradition an. Den Gast empfängt eine gemütliche Atmosphäre im preußisch-ländlichen Wirtshausstil.
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Die unmittelbar benachbarte Dampferanlagestelle am Jungfernsee ist Zielpunkt diverser Schiffe, auf denen die Besucher auch über das Wasser zu den markanten Zielen der Havellandschaft schippern können. Äußerst gefährlich sieht dieses "Walfischboot" aus.
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Und das Potsdamer Wassertaxi verbindet per Wasserweg die Havel und diverse Seen miteinander.
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Wir jedoch fahren mit dem Rad weiter zum Schloss Cecilienhof. Cecilienhof ist das Schloss, in dem vom 17. Juli bis 2. August 1945 die Potsdamer Konferenz der Siegermächte des Zweiten Weltkrieges stattfand. Es ist der letzte Schlossbau der Hohenzollern.
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Kaiser Wilhelm II. ließ Cecilienhof 1914 bis 1917 für seinen ältesten Sohn Kronprinz Wilhelm und seine Gattin Cecilie von Mecklenburg-Schwerin im Norden des Neuen Gartens errichten.
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Das aus Backstein und Holz errichtete Schloss passt sich gut in die natürliche Umgebung ein. Schöne Garten- und Parkanlagen ringsum laden zu einem Spaziergang ein.
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Die Schlossgärten sind künstlerisch gestaltet, der Buchs entsprechend zurecht geschnitten.
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Ein roter Sowjetstern im Blumenbeet symbolisiert den Ort der Potsdamer Konferenz. Schloss Cecilienhof wurde 1990 mit den Schlössern und Parks von Potsdam-Sanssouci und Glienicke mit der Pfaueninsel als Weltkulturerbe unter den Schutz der UNESCO gestellt.
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Die Glienicker Brücke ist unser nächstes Ziel. Sie verbindet seit dem 17. Jahrhundert die Havelufer zwischen Berlin und Potsdam. Im Jahr 1962 nutzen Amerikaner und Russen die Brücke zum ersten Mal für den Austausch von gefangenen Agenten.
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Am 10. Februar 1962 wurde Oberst Rudolf Iwanowitsch Abel, Spitzenspion der Sowjets in den USA, gegen Francis Gary Powers, einen amerikanischen Piloten, der bei einem Aufklärungsflug mit der U2 über der Sowjetunion abgeschossen wurde, auf der Brücke ausgetauscht.
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Bis heute ist die Brücke in aller Welt als “Agentenbrücke” bekannt. Wir jedoch können heute ganz gemütlich unsere Räder über die Brücke schieben und problemlos zwischen "West und Ost" wechseln.
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Eine Gedenktafel erinnert an die wechselhafte Geschichte der Glienicker Brücke und wir werden uns bewußt, dass nichts von Dauer ist.
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Von der Glienicker Brücke aus sehen wir den der Park Babelsberg mit seinem Schloss, der für Wilhelm I., preußischer König und deutscher Kaiser, angelegt wurde. Durch diesen Park wollen wir abschließend mit dem Rad zu unserem Campingplatz zurück radeln.


Der Tag klingt aus
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Unterwegs noch ein kleiner Bummel über das Areal des gerade beginnenden Stadtfestes am Ufer der Havel.
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Kurze Zeit später sind wir am Campingsplatz und ich widme mich der verantwortungsvollen Aufgabe den kleinen Grill unter Glut zu bringen.
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Elke kümmert sich inzwischen um die Salate.
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Und dann ist es fast geschafft. Während das erste Steak auf dem Grill bruzzelt kann ich mich der Vernichtung eines Bieres zuwenden. Der wunderbare Tag "by Sightseeing of Potsdam" findet einen ebenso schönen Ausklang.


Wir haben viel gesehen in diesen beiden Tagen in Potsdam, doch noch lange nicht alles. Weberviertel, Alte Wache, Pfaueninsel, Park Babelsberg mit Schloss und Flatowturm, der Filpark Babelsberg, Krongut Bornstedt, Biosphäre und Volkspark, Villenkolonie Neubabelsberg, Museen und Ausstellungen u.v. mehr - das alles wartet sicherlich bei einem unserer nächsten Besuche in Potsdam auf uns.
Der 3. Tag in Potsdam sollte sich auf den Gewässern der Stadt abspielen und dazu müßt ihr nur die nächste Seite ansehen.


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© Dieter Widmaier 2009      Letzte Änderung am:  21.03.2011