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Das Schleusen im Spreewald


Schleusen im Spreewald ist relativ einfach, bedeutet aber manchmal harte Arbeit. Bis auf wenige Ausnahmen bedient man die Schleusen selbst, d.h. man muß per Muskelkraft die Tore öffnen und schließen. Es bedarf einiger Übung, bis man die Handgriffe in der richtigen Reihenfolge beherrscht. Eine Bedienungsanleitung ist an allen Schleuse angebracht und fast überall ist die Bedienung der Schleusen gleich, so dass wir uns hier auf eine generelle Beschreibung des Schleusenvorganges beschränken können. Diese Seite ist für die Paddelfreunde gedacht, die zum ersten Mal vor einer Spreewaldschleuse stehen. Alle anderen, die sich auskennen, können diesen Beitrag auslassen und zur Ausgangsseite zurück kehren.

spree62An den Schleusen lesen wir die Bedienungsanleitung.

Die Schleusenanfahrt:
Zwei Dinge sind wichtig: vorausschauend paddeln und auf der richtigen Seite einfahren. Beim Einfahren auf der korrekten Seite helfen uns Schilder mit Pfeilen, die in die Richtung weisen, wo sich die Schleusenkammer befindet. Meist sind auch Pfähle eingerammt, die uns den Weg zum Schleusentor weisen. Und fast überall sind gut ausgebaute Bootsanlegestellen vorhanden, wo man aussteigen und das Boot festmachen kann.

Das mit dem vorausschauenden Paddeln bedeutet, daß wir bereits beim Zufahren auf die Schleuse visuell erkunden, was dort vorne los ist. Sind die Schleusentore geöffnet, will jemand bereits ein- oder ausfahren, wo lege ich an oder ist da jemand, der für uns die Bedienung der Schleuse übernimmt? Deshalb paddeln wir vorsichtig an die Schleuse heran. An manchen Schleusen stehen auch Leute, die das Bedienen der Schleusen gegen einen kleinen Obolus verrichten.

spree54So kann ein Schleuse bei der Anfahrt aussehen. Rechts sind die beiden Torflügel der geschlossenen Schleusenkammer zu sehen.

Spree55Die Schleusentore aus der Nähe betrachtet. Man sieht die Stange mit der die Tore bewegt werden. Auch die Hebel für die Ventile, die den Wasserein- bzw. auslass regeln sind erkennbar.

Vorbereitung zur Schleusung
Haben wir Glück und das Schleusentor ist bereits offen, können wir direkt in die Schleuse einfahren. Wenn nicht sollten wir am Bootsanleger anlanden und das Paddelboot anbinden. Fährt man mit dem Zweierkajak kann einer im Boot sitzen bleiben, während der andere aussteigt und die Schleuse bedient. Als erstes lesen wir die Bedienungsanleitung und schauen uns den Zustand der Schleuse an. Erst danach sind die erforderlichen Handgriffe, die je nach Stellung der Tore (zu oder auf) erfolgen müssen, anzuwenden.

spree56Vor den geschlossen Schleusentoren.

Das Schleusen
Nachstehende Bedienungshandgriffe sind für das Auf- oder Abwärtsschleusen gleich. Zu allererst müssen die Schleusentore geschlossen werden. Dazu ist eine Metallstange am Quergriff, die an allen vier Torflügel befestigt sind, kräftig zu drücken. Das erfordert manchmal richtig viel Kraft. Die Stangen legt man nach dem Gebrauch wieder in die Aufnahmebügel zurück.

spree57Mit den Stangen öffnet und schließt man die Schleusentore.

Wasserstand angleichen
Der Wasserstand in der Schleuse ist dem Wasserstand der Seite des Flusses anzugleichen, wo unser Boot einfahren oder ausfahren soll. Also Wasser entweder ablassen oder einlassen. Hierzu benutzen wir weitere Hebel (insgesamt 4) die den Einlass oder Auslass des Wassers regeln indem wir diese Hebel umlegen (siehe Foto unten). Nach einiger Zeit hat sich das Niveau des Wassers in der Schleuse entsprechend angepasst.

spree59Die Wassereinlässe/Auslässe an den Schleusentoren werden über Hebel betätigt.

Ein Beispiel: Wir fahren bergauf, das untere Schleusentor ist offen und wir können sofort in die Schleuse einfahren. Nach dem wir das untere Tor geschlossen und die Hebel an diesem auf ´Zu´gestellt haben, öffnen wir die beiden Ventile am oberen Schleusentor. Nun wird das Wasser von oben in die Schleuse einströmen und sich dem flussaufwärtigen Niveau anpassen. Ist die "Wanne voll" können wir die oberen Tore öffnen und mit dem Boot ausfahren. Vorsicht: beim Einströmen des Wassers in die Schleuse können erhebliche Verwirblungen auftreten. Gefahr der Kenterung!

spree57Schleusentore öffnen und mit dem Boot einfahren.

Hinweis:Wir dürfen die Schleusentore nur dann öffnen, wenn der Wasserstand völlig ausgeglichen ist. Sonst kann man die Tore nur mit erheblicher Kraft oder vielleicht überhaupt nicht öffnen.

spree58So eng kann es manchmal in einer Schleuse zugehen.

Ausfahrt aus der Schleuse
Ist der Wasserstand endlich ausgeglichen öffnet man das Ausfahrttor und fährt aus. Paddelt man alleine, ist das ganze Prozedere etwas umständlicher, da man das Boot an einer möglichst langen Leine ständig herum ziehen muss.
Ist man jedoch im Zweierkajak unterwegs, so wie wir beide, spart man sich das das Festmachen des Bootes, das Rein- und Rausziehen des Kajaks aus der Schleuse und auch einige Kräfte, denn die nächste Schleuse ist nicht weit und man kann sich dabei ja auch abwechseln.

spree60Ganz entspannt paddelt Elke aus der Schleuse.

Das hört sich alles sehr kompliziert an, ist es aber grundsätzlich nicht. Nach einigen Schleusenbedienungen hat man die Abläufe und Handgriffe "intus".
Und die an jeder Schleuse angebrachten Schilder mit den Bedienungshinweisen sind anfänglich eine große Hilfe. Im Spreewald sind übrigens alle Schleusen mit einer genauen Bezeichnung bzw. Nummer versehen.

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© Dieter Widmaier 2009      Letzte Änderung am:  21.03.2011